Miguel López bleibt: Umstrittener Thyssenkrupp-Chef erhält neuen Vertrag

Thyssenkrupp verlängert den Vertrag von CEO Miguel López bis Mai 2031. Die Entscheidung fiel trotz interner Kritik aus Gewerkschaft und Stahlbereich – und sorgt für Spannungen im Aufsichtsrat.

Fünf Jahre Fortschreibung – auf wackligem Boden

  • Der Aufsichtsrat stimmt einer Vertragsverlängerung bis 31. Mai 2031 zu – offiziell beschlossen am 20. Juni 2025
  • Anlass ist die anstehende Ausgliederung von Thyssenkrupp Marine Systems – parallel zur Vertragsverlängerung geplant

Interner Widerstand – Gewerkschaft erbost

  • Juergen Kerner (IG Metall), stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, stimmte gegen den Vertrag und sprach von tiefem „fundamental distrust“ – López habe die Wende bei der Stahlsparte nicht geliefert
  • Kerner warnte vor Arbeitskämpfen, falls der Konzern ohne Rücksicht auf Beschäftigte umgebaut werde

Chairman Russwurm mit Zünglein-an-der-Waage-Funktion

  • Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm übte offenbar sein Usus-Zweitstimmenrecht aus – bei Stimmengleichheit kann er doppelt entscheiden
  • Er betont, dass López für einen schwierigen Transformationskurs Stabilität und Kontinuität sorge – trotz interner Spannungen

Hintergrund: Aufruhr wegen Stahlsparte

  • López strebt radikale Restrukturierungen an, etwa Abbau in der Stahlsparte und Verkauf von Teilbereichen – das löste im Stahlbereich Proteste und Rücktritte aus
  • Die Veräußerung einer 20 % Beteiligung an der Stahlsparte an Milliardär Křetínský im Juli 2024 entzündete sich an Spannungen – u. a. weil wichtige Mitarbeiter nicht eingebunden wurden
  • Mehrere Stahl-Vorstände und Aufsichtsräte traten zurück – die Proteste der IG Metall gipfelten in harscher Kritik: „Zerstörungswut“, „Chaos“ und Existenzängste für Beschäftigte

Folgen für Unternehmen & Aktionär:innen

  • Die Aktie reagierte turbulenter: Nach der Ankündigung fiel sie, da Investoren die internen Konflikte sorgenvoll sehen .
  • Analysten thematisieren: Der Umbau ist ambitioniert, aber die Einschätzung von Deka Investment & DWS kritisieren fehlende Klarheit und große Lücken im Effizienzplan

Ausblick & offene Fragen

  • Der Weg ist steinig: Spin-off von TKMS und Stahlreform stehen an – ohne Rückhalt bei Arbeitnehmern leicht gefährdet.
  • López braucht dringend einen belastbaren Sanierungsplan für die Stahlsparte und mehr Dialog mit Gewerkschaft und Belegschaft.
  • Die Gewerkschaft fordert: kein Umbau auf Kosten der Mitarbeiter – sonst drohen Arbeitskämpfe

Fazit

Thyssenkrupp verlängert den Vertrag von Miguel López – trotz Widerstand der IG Metall und düsteren Warnungen vor Protesten. Aufsichtsrat und Vorstand setzen auf Kontinuität, doch die Rückendeckung hängt an Russwurms Zweitstimme. Der Erfolg wird davon abhängen, ob López den Stahlumbau glaubwürdig meistert und wieder Vertrauen gewinnt – intern wie an der Börse.

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