Mietpreisbremse entschärfen: Welche Schlupflöcher Vermieter noch nutzen

Obwohl es sie seit 2015 gibt, schöpfen viele Vermieter die Mietpreisbremse aus: Sie schlagen bei Neuvermietungen bis zu 10 % über der ortsüblichen Miete auf – offiziell erlaubt. Doch mehrere Ausnahmen schwächen das Instrument deutlich.

Die größten Schlupflöcher im Überblick

  • Neubauten ab 2014 und Wohnungen nach umfangreicher Modernisierung sind grundsätzlich ausgenommen — Vermieter erhöhen ungestört die Miete.
  • Möblierte Wohnungen öffnen ein Türchen: Vermieter verlangen oft überhöhte Möblierungszuschläge, die kaum transparent sind – etwa nur “zwei Stühle” reichen. Bundesjustizministerin Hubig will jetzt klare Regeln durchsetzen.
  • Nebenverträge wie für Keller, Garage oder WLAN werden häufig separat verrechnet – und umgehen so den Bremseffekt.

Warum die Mietpreisbremse zu oft wirkungslos bleibt

In Städten wie Hamburg verstößt über 90 % aller Neuvermietungen gegen die Mietpreisbremse – Mieter zahlen durchschnittlich 5,23 € mehr pro Quadratmeter.

Bußgelder? Fehlanzeige. Kontrolldefizite und strenge Ausnahmen machen das Gesetz zur „schlafenden Regelung“.

Reformpläne sind auf dem Weg

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will jetzt gegen Tricks mit Möblierungszuschlägen vorgehen. Ziel: klare Regeln für Zuschläge und Nachweispflicht, damit Mieter nicht blind zahlen. Auch Bundesländer wie Hamburg bringen eigene Gesetzesinitiativen ins Spiel.

Warum das wichtig ist

Solange Vermieter nahezu straffrei über hohe Mieten verfügen dürfen, wird die Wohnkostenkrise nicht gebremst. Mieter bleiben oft in prekären Wohnverhältnissen gefangen, während Investoren mit Ausnahmen die Regeln rund umgehen.

Für echten Mieterschutz braucht es härtere Sanktionen und weniger Ausnahmeregeln.

Die Mietpreisbremse bietet vielen Vermietern zu viele Hintertüren. Von Neubauten über Modernisierung bis zu Möblierungszuschlägen – sie umgehen die Regeln fast problemlos. Die geplanten Eingriffe von Bund und Ländern sind dringend nötig.

Wer echten Schutz für Mieter will, braucht weniger Ausnahmen und wirksame Sanktionen.

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